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Home > Tests > Crash-Tests > Crash mit Tempo 80 > Ergebnisse

Tempo 64 oder 80 - die Ergebnisse im Vergleich


Sie fahren auf der Landstraße, erkennen in 50 Metern Abstand ein Hindernis und leiten eine Vollbremsung ein. Waren Sie mit 100 km/h unterwegs, dann kracht es – mit 64 km/h. Fuhren Sie dagegen 110 km/h dann erhöht sich, wegen des längeren Reaktions- und Bremsweges, die Aufprallgeschwindigkeit auf rund 80 km/h.

Zum Test wurde exemplarisch ein sicheres Fahrzeug der Mittelklasse ausgewählt. Im Renault Laguna sind die Mitfahrenden beim Standard-Frontalaufprall mit 64 km/h besonders gut geschützt. Das Verletzungsrisiko ist für alle Fahrzeuginsassen sehr gering. Der Versuch mit 80 km/h wurde nach den gleichen Randbedingungen durchgeführt und ausgewertet. Deshalb können die beiden Ergebnisse direkt miteinander verglichen werden.


 

EuroNCAP 64 km/h

ADAC 80 km/h

Fahrzeug


 

 Laguna_EuroNCAP_l.jpg

Laguna_80kmh_l.jpg 

Der Vorbau des Fahrzeuges ist lang genug, um die Energie des Aufpralls abzubauen. Die Fahrgastzelle bleibt stabil. Die Türen lassen sich mit normaler Handkraft öffnen.

Die Knautschzone des Fahrzeuges ist vollständig aufgebraucht. Die Fahrgastzelle ist nicht mehr stabil. Das Lenkrad und das Armaturenbrett dringen ein. Die Fahrertür ist verklemmt und lässt sich nur mit erheblichem Kraftaufwand öffnen. Das erschwert die Bergung der Insassen.

Fahrer


 

 manneken_fahrer1_l.jpg

manneken_fahrer2_l.jpg

Der Airbag hält den Fahrer auf Distanz zum Lenkrad. Der Gurtstraffer verhindert, dass die Knie das Armaturenbrett berühren. Alle Belastungswerte befinden sich im unkritischen Bereich – die Verletzungsgefahr ist sehr gering.

Das Lenkrad bewegt sich in den Innenraum, deshalb muss der Fahrer auf kürzerem Weg aus höherer Geschwindigkeit abgebremst werden. Der Airbag kann nicht mehr verhindern, dass die Brust aufs Lenkrad schlägt. Auch die Knie treffen an Instrumententafel und Lenksäule auf. Die Folge sind im Vergleich zum Crash mit 64 km/h extrem ansteigende Belastungen für Brust, Knie, Oberschenkel und Hüfte.

Beifahrer


 

manneken_beifahrer1_l.jpg

manneken_beifahrer2_l.jpg 

Der Beifahrer wird von Gurt und Airbag so gut zurückgehalten, dass es zu keinem Kontakt mit der Instrumententafel kommt. Der Überlebensraum ist groß genug, um die Belastungen für alle Körperregionen im unkritischen Bereich zu halten.

Obwohl es auf der Beifahrerseite keine eindringenden Bauteile gibt, kann der Airbag nicht verhindern, dass der Kopf die Instrumententafel berührt. Auch die beiden Knie treffen den Handschuhfachkasten. Aufgrund der nachgiebigen Instrumententafel steigt das Verletzungsrisiko nur leicht an. Es liegt aber dennoch höher, als bei 64 km/h.

Kind
3-jährig


 

manneken_kind1_l.jpg

Manneken_4_l.jpg

 

 

Der Isofix-Kindersitz schützt das Kind so gut, dass alle Messwerte im unkritischen Bereich bleiben.

Dank der Sicherung im Kindersitz berührt der Dummy nicht den Vordersitz. Dennoch ist die Fahrzeugverzögerung so hoch, dass ein mittleres Verletzungsrisiko für die Brust besteht.

Kind
1 ½-jährig


 

manneken_kind2_l.jpg

Manneken_3_l.jpg

Die Zugkraft im Nacken liegt in einem Bereich, der auf ein mittleres Verletzungsrisiko schließen lässt. Alle anderen Messwerte sind sehr niedrig.

Der Dummy verbleibt vollständig in der Babyschale. Dadurch ist der Kopf gut geschützt. Wegen der hohen Fahrzeugverzögerung liegen jedoch die Brustbelastungen deutlich über denen des Versuchs mit 64 km/h und damit im kritischen Bereich.

Der Versuch zeigt eindeutig, dass die Insassen auch in sehr sicheren Fahrzeugen nicht unverwundbar sind. Die Bewegungsenergie, die beim Unfall in der Knautschzone abgebaut werden muss steigt mit dem Quadrat der gefahrenen Geschwindigkeit – also doppeltes Tempo gleich vierfache Energie.

Die Fahrzeuge stoßen deshalb an eine natürliche Grenze: ab einer gewissen Geschwindigkeit reichen die zur Verfügung stehenden Knautschzonen und Fahrgastzellengrößen einfach nicht mehr aus, um Verletzungen zu verhindern.

Der Fahrer selbst kann aber das eigene Risiko durch eine umsichtige Fahrweise und den Verhältnissen angepasste Geschwindigkeit deutlich verringern. Fahrerassistenzsysteme, wie Beispielweise Bremsassistenten, können ihn dabei zusätzlich unterstützen und menschliche Schwächen teilweise ausbügeln.
(TET-CTH)
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