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Verbraucherschutz

Nachrüstpartikelfilter im Test

Verbraucherschutz
Sie waren – ausgelöst durch einige Anbieter – ins Gerede gekommen: Dieselpartikelfilter zum Nachrüsten. Mittlerweile sind die „Problemfilter“ zwar vom Markt  – trotzdem herrscht bei nachrüstwilligen Autofahrern eine gewisse Verunsicherung. Ist das, was es derzeit von anderen Anbietern gibt, unkritisch?  Der ADAC hat getestet  


Fazit: Aktuelle Systeme unbedenklich Partikelfilter: So funktionieren sie
So haben wir getestet




Fazit: Aktuelle Systeme unbedenklich
Die derzeit angebotenen Nachrüstpartikelfilter funktionieren tadellos und machen Dieselabgase sauberer. Dies ergab ein Test, der die Nachrüstsysteme von HJS, TwinTec, Remus und Volkswagen in einem praxisnahen Verfahren untersuchte. Im Durchschnitt zeigte sich im ADAC-Test eine Reduzierung der Rußemissionen um rund 45 Prozent. Sie werden in die Abgaskomponenten CO und CO2 umgewandelt. Entwarnung zudem bezüglich der NO2-Belastung in den Städten: Nachrüstpartikelfilter führen zu keiner höheren Belastung durch Stickstoffdioxid., im Gegenteil: Die ADAC-Tester stellten eine NO2-Minderung von 30 Prozent gegenüber dem Serienstand fest, weil Ruß im Filter erfolgreich regeneriert wurde. 

Hintergrund dieser Untersuchung war die Diskussion über die Wirksamkeit von Nachrüstpartikelfiltern, nachdem die drei Hersteller GAT, Bosal und Tenneco die Allgemeine Betriebserlaubnis beim Kraftfahrtbundesamt löschen ließen, weil ihre Filter die geforderten Grenzwerte nicht einhielten. 

Eingebaut wurden die Kandidaten in einem VW Golf 1,9TDI. Getestet wurde nicht nur im gesetzlichen Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ), sondern auch unter realitätsnahen Bedingungen. Nach einer 1 500 Kilometer langen Stadtfahrt wurden auf dem Abgasprüfstand neben dem NEFZ auch der ADAC-Autobahnzyklus und Konstantfahrten simuliert. Eingerechnet in die Rußpartikelbilanz ist auch der so genannte „Blow-Off“, eine gelegentlich auftretende Rußwolke bei offenen Partikelfiltern, mit der im Filter eingelagerter Ruß abgeblasen werden kann. Entwarnung gebend die ADAC-Experten auch hinsichtlich der Kraftstoffbilanz: Bei den Untersuchungen wurde ein minimaler Dieselmehrverbrauch von 0,05 bis 0,15 Liter pro 100 Kilometer gemessen. 

Aufgrund dieser Ergebnisse empfiehlt der ADAC die Nachrüstung älterer Fahrzeuge mit einem Partikelfilter, der in Pkw´s vom Fiskus mit bis zu 330 Euro gefördert wird. Der Wirkungsgrad von geschlossenen Systemen in Neuwagen wird naturgemäß nicht erreicht– beim Neuwagenkauf sollte man auf diesen Ausrüstungsstand unbedingt achten.


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Partikelfilter: So funktionieren sie
Nachrüstfilter, auch als „offene“ Systeme bezeichnet, funktionieren als Durchflussfilter. Sein Innenleben besteht aus dünnen Stahlfolien mit gezielter Strö­mungsleittechnik, in denen die Partikel vom Abgas getrennt und zur Anlagerung auf die in­nere Oberfläche des Filters gebracht werden. Bei genügend hohen Temperaturen und Stick­oxidkonzentrationen werden die dort angelagerten Partikel kontinuierlich regeneriert. Im Ver­gleich zum „geschlossenen“ System ist die Abscheiderate deutlich geringer; sie beträgt ca. 40 bis 50%. 

Anders läuft die Partikel-Filterung in geschlossenen Systemen, die üblicherweise in der Neuwagen-Erstausrüstung angeboten werden, ab. Dabei wird das mit den Rußpartikeln versetzte Abgas bei der Durch­dringung einer porösen Wand gefiltert. Die Partikelbeladung an der Wand behindert den Abgasstrom und der Abgasgegendruck steigt. Die Motorsteuerung erkennt dies und leitet die Regeneration ein. Dies bleibt im Normalfall unbemerkt vom Fahrer; auch die Motorleistung wird nicht davon beeinträchtigt. Die langzeitstabile, sehr hohe Abscheiderate dieser Technologie (mehr als 95% der gesamten Partikelmasse) bedingt jedoch eine geringe Erhö­hung des Kraftstoff­verbrauchs.


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So haben wir getestet
Für die Messungen wurde ein VW Golf IV 1,9 TDI ausgewählt. Nacheinander eingebaut und gemessen wurden Nachrüstpartikelfilter dieser Anbieter (pro Typ mindestens zwei Nachrüstpartikelfilter): 

  •  HJS

  • TwinTec

  • VW-Nachrüstpartikelfilter (Originalteil)

  • Remus

Gewählt wurden sog. Austausch-Systeme, eine Kombination aus neuem Oxidationskatalysator und Partikelfilter, Diese werden an Stelle des vorhandenen Oxidationskatalysators eingebaut. Angeboten werden auch Zusatz-Systeme (nur Partikelfilter). Dabei wird der Partikelfilter nach dem vorhandenen Oxidationskatalysator zusätzlich eingebaut. Der im Fahrzeug befindliche Oxidationskatalysator darf dazu aber nicht älter als 5 Jahre sein oder eine Laufleistung von mehr als 80.000 km aufweisen. 

Die Nachrüstpartikelfilter wurden im Neuzustand gemessen, auf der Straße mit Ruß beladen und im beladenen Zustand (1500km-Messung) in einem praxisnahen Prüfverfahren erneut gemessen, um die Ergebnisse mit dem Serienzustand zu vergleichen. Zu dem Prüfverfahren gehörten Abgas- und Verbrauchsmessungen, Beladungszyklen, Differenzdruckmessungen und das Wiegen der Filter.

 Bei allen Testzyklen auf dem ADAC Abgasprüfstand wurden die Abgaskomponenten HC, CO, NOx, Partikel (PM) und CO2 ermittelt. Zusätzlich wurden die NO- und NO2-Emissionen gemessen, da die Abbrandfunktion in den Partikelfiltern unter anderem durch NO2 eingeleitet und NO2 deshalb gewollt produziert wird. Stickstoffdioxid (NO2) ist ein Reizgas mit oxidierenden Eigenschaften (kann zur Zunahme von Atemwegserkrankung führen). Auch ist NO2 zusammen mit HC an der Ozonbildung beteiligt.

 Zusätzlich wurde ein 1500km-Stadtzyklus gefahren (Vorgabe: Durchschnittsgeschwindigkeit 35 km/h; maximale Geschwindigkeit 60 km/h). Dies deshalb, da die Nachrüstpartikelfilter in der Stadt bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten am meisten gefordert werden. Hierbei ist ein „Freiblasen (=Blow off)“ der Nachrüstpartikelfilter kaum möglich. Hinzu kommt die relativ niedrige Abgastemperatur.


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(TET)
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