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Fahrbericht aus ADACmotorradwelt 4/2005:

Honda Zoomer

Fahrbericht aus ADACmotorradwelt 4/2005:

Fahrbericht Technische Daten




Fahrbericht

Innovation in der Schnapsglas-Klasse: Im puristisch gestalteten Honda Zoomer werkelt moderne, saubere Viertakt-Technik

Honda macht ernst mit seiner Ankündigung, nach 2002 keine Zweitakter mehr für den öffentlichen Straßenverkehr zu bauen – auch nicht in der Schnapsglas-Klasse mit 50 ccm Hubraum. Nach ausgiebigen Versuchen haben die Ingenieure festgestellt, dass der Viertakt-Motor beim Verbrauch und beim Abgasverhalten deutliche Vorteile bietet, auch wenn ein Zweitakt-Triebwerk weniger Gewicht auf die Waage bringt und billiger zu produzieren ist. Was in Sachen Technik in dieser Hubraumklasse machbar ist, zeigt der neue Zoomer, in dem großartige Kleinarbeit steckt.

Zunächst ist kaum zu glauben, dass dieser Roller für 1990 Euro etwas Besonderes ist. Das schlichte Design wirkt polarisierend. Die einen finden den Zoomer urig, knuffig und minimalistisch, anderen fehlen die fließenden Formen, um sich mit dem Scooter anzufreunden. Wer jedoch einfach nur ein Nutzfahrzeug in dem Kleinen sieht, wird schnell überzeugt. 

Mit dem Führerschein der Klasse M in der Tasche darf der Zündschlüssel herumgedreht und der Starterknopf bei gezogener Bremse gedrückt werden, schon schnurrt der Viertakter im Heck leise vor sich hin. In Bewegung setzt sich der 4,1 PS starke und bis zu 45 km/h schnelle Roller nach dem Aufziehen des Gasgriffs – kuppeln und schalten übernimmt die Antriebsautomatik mit Fliehkraft-Kupplung und Variomatik (Riementrieb), gebremst wird der Roller über zwei Handhebel und solide Trommelbremsen.

Erstaunt nimmt der Pilot auf den ersten Metern zur Kenntnis, wie viel Platz der Zoomer auch großen Fahrern bietet. Dank niedriger Sitzhöhe und freiem Durchstieg ist der Honda-Roller aber für kleine Fahrer geradezu maßgeschneidert. Platz bietet er darüber hinaus Gepäckstücken, die unter dem aufklappbaren Sitz verstaut werden können. Sogar ein Skateboard-Transport gelingt ohne Umstände. 

Wer aber nach einer Ladeklappe im Kasten unter dem Lenker sucht, wird enttäuscht. Dort, wo andere Roller ein Handschuhfach bieten, beherbergt der Zoomer eine wartungsfreie Batterie und die Steuerelektronik. Da kommt einiges zusammen: Der OHC-Motor arbeitet mit einer elektronisch gesteuerten Einspritzanlage, welche die Gemisch-Zusammensetzung mit Hilfe einer Lambdasonde bildet, denn im Auspuff sitzt ein geregelter Katalysator. Wohlgemerkt: Wir sprechen von einem kleinen 50 ccm-Motor, der sogar noch mehr technische Raffinessen auf Lager hat. Er arbeitet mit vier, wenn auch winzigen, Ventilen (Einlass 14,5 mm, Auslass 11 mm), die über Rollen-Kipphebel betätigt werden. Die Rollen minimieren die Reibungsverlust im flüssigkeitsgekühlten Motor. Für eine rasche Zirkulation der Flüssigkeit durch den Alu-Kühler sorgt eine Wasserpumpe, die an der von einer Zahnkette angetriebenen Nockenwelle sitzt. Die Kraftübertragung zwischen Nockenwelle und Pumpe übernimmt ein Magnetfeld. Vorteil: Es muss keine rotierende Welle abgedichtet werden, der nockenwellenfest montierte Magnet nimmt den innen liegenden Stahlkern mit, obwohl dazwischen eine simple, feststehende Gummidichtung sitzt. Noch ein Trick: Um Platz und Bauteile zu sparen, kommt ein Stromgenerator zum Einsatz, der gleichzeitig als Anlassermotor fungiert. Ein Kickstarter steht zusätzlich zu Verfügung.

Sogar das Fahrwerk bietet Besonderes: Der eigentliche Rahmen, an dem Lenkkopf und Triebsatzschwinge lagern, besteht aus Aluminium-Guss, das Heck aus Stahlrohr ist angeschraubt. Die kurzen, aber ausreichenden Federwege werden von breiten Ballonreifen unterstützt. Unter dem Trittbrett liegt übrigens der fünf Liter fassende Tank. Da der saubere Motor – je nach Einsatzbedingungen – zwischen zwei und drei Liter Normalbenzin verbraucht, fällt die Reichweite angemessen aus. 

Wer sich von moderner Motortechnik faszinieren lässt, wird mit dem skurrilen Zoomer seine Freude haben. Sauberer und sparsamer kann man sich jedenfalls zur Zeit individuell nicht fortbewegen. 


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Technische Daten
Motor:

Flüssigkeitsgekühlter OHC-Motor, 49,9 ccm, vier Ventile, Verdichtung 12:1, Einspritzanlage, 3 kW (4,1 PS) bei 7500/min, 4,5 Nm bei 5000/min, G-Kat

Kraftübertragung:

Fliehkraftkupplung, Riemenautomatik.

Fahrwerk:

Aluminiumguss-Rahmen mit Stahlrohrheck, Telegabel mit 27 mm Standrohren vorn, Alu-Triebsatzschwinge mit Monofederbein hinten, Federweg vorn 49 mm, hinten 65 mm

Räder und Bremsen:

Stahlräder, 3,0x10 vorn und hinten, Reifen 120/ 90-10 vorn, 130/90-10 hinten, 95 mm Trommelbremsen vorn und hinten

Maße und Gewichte:

L/B/H 1860/7355/1025 mm, Sitzhöhe 735 mm, Trockengewicht 84 kg, Tankinhalt 5 Liter

Verbrauch:

2,5 l Normal/100km

Preis:

1990 € ohne Nebenkosten


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(MOC)
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